Noch mehr Kekse

Ich mag Kekse, keine Frage 😉

SIe sind kleine schnelle „Projekte“, an denen ich eine Menge lernen kann.

Da ich „auf Englisch lerne“, weil alle die Kurse, die ich aktuell besuche, in englischer Sprache sind, tue ich mich etwas schwer mit den deutschen Begrifflichkeiten. Ich versuche trotzdem, zu erklären, was mir durch den Kopf geht:

Jeder Keks hat eine Form, eine Struktur, eine Textur, eine Basisfarbe, Schattierungen, Schatten. Und all das kann ich an jedem „Übe-Keks“ wieder üben. Und ich übe auch, Entscheidungen zu treffen. Zeichne ich Texturen mit Tinte? Oder mit Aquarell? WIe viele Details zeichne ich in Tinte? Mit wie wenig Linien komme ich aus? Stimmen meine Schattierungen? Stimmen meine Schatten?

Ich kann in meinem Alter nicht mehr gut intuitiv lernen, ich brauche Lerninhalte, die kognitiv vermittelt werden. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Andererseits habe ich durchaus auch SPASS (GROSSEN Spaß), mir die Konzepte zu erarbeiten. Ich habe sehr lange suchen müssen, bis ich Kursleiter gefunden habe, die mir das, was ich lernen will, kognitiv vermitteln.

Ich persönlich lerne nicht wirklich effektiv aus 1:1 VideoTutorials, also aus Videos, in denen ein Kursleiter sich in Echtzeit beim Zeichnen oder Malen filmt. (Mal abgesehen, dass ich keine Video-Lernende bin, am liebsten sind mir Texte mit erklärenden Zeichnungen). Aber 6 Stunden jemandem beim Zeichnen zuzuschauen ist für mich persönlich verschwendete Zeit. Das ist sicher für andere Lernende anders, aber für mich passt das nicht.

Ich brauche Konzepte und ich brauche Kursleiter, die mir die/ihre Konzepte in überschaubaren Projekten vermitteln.

Bei meinen Übe-Keksen ist mir noch etwas aufgefallen: Da die Kekse ja trocknen müssen, aber ich abwechseln in zwei verschiedenen Skizzenbüchern geübt. Mit unterschiedlichen Papieren. Einmal Mixed Media- (mein derzeitiges Lieblingspapier, weil es schnell trocknet und so prima geeignet ist für „Aquarelle in einem Durchgang“) und einmal Aquarellpapier. Und „wie nebenbei“ habe ich nochmal erfahren (hier WAR mein Lernen dann mal intuitiv… 😉 ), wie das Papier unterschiedlich auf Aquarellfarbe reagiert, wie meine gleichen Techniken zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Alles in allem hatte ich also gestern richtig viel Spaß mit Keksen 🙂

 

Silke zeichnet unterwegs und experimentiert im Studio mit Farbe. Auf Skizzenlabor dokumentiert sie Reisezeichnungen, Farbstudien und andere visuelle Untersuchungen – mit Neugier, wechselndem Erfolg und ohne Anspruch auf abschließende Ergebnisse.

Skizzenlabor

Draußen skizzieren. Drinnen experimentieren.

Hier wird gezeichnet, beobachtet, ausprobiert und gelegentlich etwas verstanden.

Draußen entstehen Skizzen von Orten, Landschaften und Reiseeindrücken. Nicht als vollständige Dokumentation, sondern als Versuch festzuhalten, was mir aufgefallen ist und was mich beschäftigt hat.

Im Studio geht die Untersuchung weiter. Dort wird mit Farbe experimentiert: Mischungen, Kontraste, Farbharmonien, Fehlversuche und unerwartete Entdeckungen.

Skizzenlabor ist kein Portfolio und kein Lehrbuch. Es ist ein Arbeitstagebuch. Ein Ort für Notizen, Studien, Experimente und Fragen, auf die es oft noch keine Antwort gibt.

Manche Versuche gelingen. Andere liefern interessante Nebenbefunde.

Beides wird dokumentiert.

Vieles hier ist vorläufig. Fast alles ist ergebnisoffen.