Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Vorstellung, die man von dem hat, was man malen oder zeichnen möchte, ist den eigenen Fähigkeiten nur zu oft einen großen Schritt voraus.
Das Ergebnis bleibt häufig hinter den eigenen Erwartungen zurück. Ganz besonders, wenn man als Erwaschsene mit dem Malen, Zeichnen oder Skizzieren beginnt. Als kleines Kind hat man Spaß an jedem produzierten Bild – später dann überwiegt der Frust den Spaß am Lernen.
Gleichzeitig aber braucht es sehr viel Übung, um beim Skizzieren zu befriedigenden Ergebnissen zu kommen.
Jedes Üben aber konfrontiert mit der eigenen „Unfähigkeit“. Man kämpft nicht nur mit dem inneren Kritiker, sondern auch mit der Angst vor dem nächsten Üben, der nächsten Enttäuschung.
Da ist guter Rat teuer. Ich kenne das nur zu gut. „Eigentlich“ will ich üben, aber dann tue ich es doch nicht, wiel ich „keine Lust“ habe. Weil es zu frustig werden könnte, weil ich negative Erfahrungen gerne vermeiden würde.
Wie kommt man aus dem Teufelskreis raus?
Mir hilft es, den Frust und die Angst zunächst einmal zu akzeptieren.
Und dann in kleinen, manchmal sehr kleinen Schritten zu üben. Und wirklich zu üben. Ich werde nicht jeden Tag ein Werk schaffen, dass es in mein Portfolio schafft. Aber ich werde jeden Tag meine Zwei-Minuten-Bäume malen oder meine Aufwärmübungen und meine Mischexperimente machen. Ich werde mich weiter durch meine Kurse oder Bücher arbeiten. Ich werde weiter meine Studien malen.
Die Werke, auf die ich stolz bin, rahme ich mir und hänge sie mir an die Wand.
Ich führe mir vor Augen, dass eine „talentierte“ Zehnjährige schon 5-8 Jahre Übung hinter sich hat.
Klar wäre es toll, wenn ich all meine Frust-Übungen als Kind gemacht hätte, wenn das alles noch nicht so am Ego kratzt. Ich habe aber entschieden, erst jetzt mit dem Skizzieren zu beginnen. Hilft also nix, irgendwie muss ich durch den Frust und die Angst durch.
Aber hey – ich habe schon jede Menge Mist in meinem Leben gewuppt – warum auch nicht das?
Frustration is a sign of growth. Also los!
“I really believe that the only students who don’t make it are those who drop out because they can’t take a bit of failure… I’ve ruined hundreds of sheets of perfectly good paper, and am prepared to ruin thousands more in my struggle to gain knowledge and skill.” –
Ron Ranson
Hier gehts zu meiner privaten Fortschritts-Galerie – meinem Weg, mir meine Erfolge vor Augen zu führen.